DIRK STETTNER, CDU
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11.60.2019, 60: Uhr
Gesundheit in Berlin
Dirk Stettner zu Gast beim 3. Tagesspiegel Fachforum Gesundheitswirtschaft
"Gesunde Aussichten für die Hauptstadtregion?“ – Am 15. Mai diskutieren rund 130 Gäste auf dem dritten "Tagesspiegel Fachforum Gesundheitswirtschaft" über die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft in Berlin-Brandenburg.

Erfahren Sie mehr über Dirk Stettners Meinung zum aktuellen Stand der Digitialierung in der Hauptstadtregion im folgenden Bericht des Tagesspiegel.



Quelle: Tagesspiegel Fachforum Gesundheitswirtschaft/Junghanß

Gesundheit in Berlin:
„Die Australier trauen sich mehr“

Elektronische Patientenakte (ePA), digitalisierte Krankenhäuser, künstliche Intelligenz (KI) – als sich am Mittwoch fast 100 Gäste zum Fachforum Gesundheitswirtschaft im Tagesspiegel-Verlag trafen, waren sich die meisten schnell einig: Deutschland hinkt bei der Digitalisierung hinterher. Er habe sich in Australien umgesehen, sagte Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD), wo E-Akten üblich seien. „Könnten wir technisch auch“, sagte Müller. „Nur dort herrscht eine andere Mentalität – die trauen sich mehr.“ Dass die Bundesregierung die Hauptstadt als Modellregion für Digitalisierung im Gesundheitswesen auswählte, schmücke Berlin zwar. Nun aber müsse man liefern. „Wir müssen in Deutschland zügig diskutieren, was wir an Digitalisierung wollen“, sagte der Senatschef. „Alle Akteure sind aufgefordert, die Bedenken und Hindernisse auszuräumen und sich dafür einzusetzen, dass bis zur verpflichtenden Einführung der ePA im Jahr 2021 die drängenden Fragen beantwortet sind.“ Die Digitalisierung ermögliche Diagnose und Therapien zu individualisieren und so massiv zu verbessern. „Ich denke an Apps wie Ada Health“, sagte Müller. „Eine digitale Symptom-Beratung für tausende Krankheiten – und eine Berliner Gründung!“ Ada Health hat sechs Millionen Nutzer und ist in fünf Sprachen verfügbar. Berlins Gesundheitswirtschaft habe insgesamt riesiges Potential: exzellente Forscher, Topkliniken, innovative Start-up-Szene.

Das mag sein, sagte Dirk Stettner, Digitalisierungsexperte bei der Berliner CDU-Fraktion: „Trotzdem sind Milliardeninvestitionen nötig.“ Und: 2018 habe es in Berlin millionenfach Hackerangriffe auf öffentliche Einrichtungen gegeben – wie oft Kliniken betroffen waren, sage der Senat nicht. Wirtschaftsrechtler Nils Ipsen befand: „Die USA haben die Tech-Giganten im Silicon Valley, China den Staat, Deutschland die Datenschutz-Grundverordnung.“ Hält uns die DSGVO auf? „Datenschutz ist ein hohes Gut, die Forschungsfreiheit aber auch“, sagte Ipsen. Braucht es hierzulande also mehr Mut? Christoph Lippert vom Hasso-Plattner-Institut lebte in Kalifornien: „Nach dem Arztbesuch lässt sich dort online alles nachvollziehen – in Deutschland muss man in jeder Praxis von vorn anfangen.“ Das Land leide nicht an technischem Versagen, sondern an starren Gesetzen.

(Quelle: Hannes Heine, Tagesspiegel vom 16.05.2019)

aktualisiert von Katrin Hoffer, 04.06.2019, 12:06 Uhr